30. November 2010

Volkstrauertag

Kategorie: Allgemein — Timor @ 14:56

Der Opfer von Krieg und Gewalt wurde am Volkstrauertag in allen drei Drensteinfurter Ortsteilen im Rahmen von Gedenkfeiern gedacht. Die Erinnerung an die Vergangenheit sei dabei auch ein Appell für Zukunft sowie für mehr Menschlichkeit und Frieden.

“Ist der Volkstrauertag überhaupt noch zeitgemäß?“ Diese Frage stellten sich immer mehr Menschen, so Josef Klein, Vorsitzender des MGV Drensteinfurt, in seiner Rede bei der Gedenkfeier am Ehrenmal in Stewwert anlässlich des Volkstrauertages.

Und beantwortete die Frage mit einem entschiedenen Ja. Man wolle keine Heldenverehrung betreiben, die Erinnerung an die Kriegsopfer, Soldaten und Zivilisten, sei auch eine Erinnerung an menschliche Gräueltaten sowie ein Appell für Frieden und mehr Menschlichkeit. Hass, Gewalt und Unmenschlichkeit gebe es auch heute auf der ganzen Welt; in fremden Regionen, aber auch in der Heimat. „Eine Lehre aus der Geschichte ziehen und der Appell, dass sich so etwas nicht wiederholt“, das sei der aktuelle Sinn des Volkstrauertages.

In einem Trauerzug waren unter anderem Vertreter der Stadt, der Kirche, des Heimatvereins, des MGV, des Spielmannszuges und andere Bürger in Stewwert von der Kurzen Straße zum Ehrenmal gezogen, wo die Gedenkfeier mit Kranzniederlegung stattfand. Anschließend bestand in der St.-Regina-Kirche die Gelegenheit zur Mitfeier der Messe.

Aber nicht nur in Stewwert, auch in Walstedde und Rinkerode fanden Gedenkfeiern statt. Am Kriegerehrenmal in Walstedde waren ebenfalls zahlreiche Vereine und Personen des öffentlichen Lebens erschienen, um an der traditionellen Veranstaltung teilzunehmen. So begrüßte Ortsvorsteher Bernd Borgmann zu Beginn Pfarrer Matthias Hembrock, die Schulleiterin der Lambertusgrundschule und die freiwillige Feuerwehr Walstedde. Der Kirchenchor unter der Leitung von Miriam Kaduk und der Bläserkreis Heessen sorgten für die musikalische Untermalung der Gedenkveranstaltung, während der Spielmannszug Walstedde den Weg zum Ehrenmal sowie den Abzug begleitete. Wie im vergangenen Jahr hatten einige Kinder der Lambertus-Grundschule Texte vorbereitet. Hanna Schürkamp, Henning Schürkamp und Anna Niehoff trugen Gedanken über den Frieden vor.

In seiner Gedenkrede erinnerte Kreistagsmitglied Heinrich Budde an das Leid der beiden Weltkriege und mahnte die Bevölkerung, die Opfer von Gewalt und Krieg nicht zu vergessen. “Es ist sehr wichtig, dass die Erinnerungen an die Vergangenheit und auch an Einzelschicksale erhalten bleiben“, so Budde. „Auch heute erfährt man täglich von Terror und Gewalt, deshalb steht das gegenseitige Miteinander im Mittelpunkt.“ Im Anschluss an die Rede wurde der Kranz vor dem Ehrenmal niedergelegt und einige Grundschüler stellten Kerzen auf.

quelle: http://www.wa.de/nachrichten/kreis-warendorf/drensteinfurt/gedenkfeiern-volkstrauertag-1005560.html

22. November 2010

Nacht der Jugend im Bremer Rathaus

Kategorie: Allgemein — Timor @ 14:55

Zum 13. Mal wird am Abend eines 9. November im Bremer Rathaus die Nacht der Jugend gefeiert. Zusammen mit Zeitzeugen erinnern Schüler und Jugendliche an die sogenannte Reichspogrom-Nacht vor 72 Jahren. Gleichzeitig wird dieses Gedenken genutzt, um für mehr Menschlichkeit und interkulturelle Verständigung einzutreten.

"Schwarz trifft weiß" ist in diesem Jahr das Motto der Nacht der Jugend. Und das ist wörtlich gemeint: in Bremen leben rund 9.000 Schwarzafrikaner, von deren Kultur die meisten Bremer nicht viel wissen, erklärt Mitorganisator Uli Barde vom Sportgarten. Heute geht es unter anderem darum, Vorurteile gegenüber den Kulturen der Einwanderer abzubauen. Ganz modern und jugendgemäß funktioniert das unter anderem mit einem Südafrika-Quiz und Hip Hop Aufführungen.

Außerdem geht es bei der Nacht der Jugend um die nächste Bürgerschaftswahl. Denn am 22. Mai 2011 dürfen in Bremen erstmals auch 16 jährige die Abgeordneten wählen. Schirmherr der Nacht der Jugend ist der Hausherr im Rathaus, Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD).

Gedenken an Reichs-Pogromnacht

In der bremischen Bürgerschaft wurde am Dienstag der Opfer der Novemberpogrome gedacht. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 überfielen Hitlers Banden jüdische Gotteshäuser, Geschäfte und Privatwohnungen in ganz Deutschand. Sie plünderten jüdisches Eigentum, schändeten Friedhöfe und zündeten Synagogen an. Hunderte von Menschen wurden ermordet oder in den Freitod getrieben. In Bremen wurden fünf fünf jüdische Bürger getötet.

Die Vorsitzenden der Bürgerschaftsfraktionen legten am Mahnmal im Bremer Schnoor-Viertel gemeinsam einen mit weißen Rosen geschmückten Kranz nieder. Zuvor hatte FDP-Chef Oliver Möllenstädt – als Sprecher aller Abgeordneten – gesagt: Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus seien auch heute noch nicht verschwunden. Schüler der Sankt-Johannis-Schule riefen bei der Gedenkveranstaltung zu mehr Mut und Zivilcourage auf, damit Rassismus schon im Keim erstickt werde.

quelle: http://www.radiobremen.de/nachrichten/gesellschaft/gesellschafthbnachtderjugend100.html

17. November 2010

Licht der Welt

Kategorie: Allgemein — Timor @ 14:53

Nach Äußerungen des Papstes in seinem Interview-Buch „Licht der Welt“ zum Gebrauch von Kondomen hat sich Vatikansprecher Federico Lombardi am Sonntag mit einer Erklärung zu Wort gemeldet. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) dokumentiert Auszüge des Textes in eigener Übersetzung:

Erklärung von Pater Lombardi zu den Äußerungen des Papstes zur Frage über Präservative

Am Ende des zehnten Kapitels des Buches „Licht der Welt“ antwortet der Papst auf zwei Fragen zum Kampf gegen Aids und den Gebrauch des Präservativs; Fragen, die in Verbindung stehen mit der Diskussion, die auf einige Äußerungen des Papstes zu diesem Thema bei seiner Reise nach Afrika 2009 folgte.

Der Papst unterstreicht in klarer Weise, dass er keine Position zur Kondom-Problematik generell beziehen wollte. Vielmehr wollte er mit Nachdruck deutlich machen, dass sich das Aids-Problem nicht mit Verteilung von Kondomen allein lösen lässt, sondern dass es viel mehr braucht: vorbeugen, erziehen helfen, beraten, Personen nahe stehen, damit sie nicht krank werden, aber auch wenn sie bereits erkrankt sind.

Im Licht dieser weiten und tiefen Vision von menschlicher Sexualität sowie der heutigen Problematik bestätigt der Papst, dass „die Kirche natürlich Kondome nicht als wirkliche und moralische Lösungen“ der Aids-Problematik betrachtet.

Damit reformiert oder ändert der Papst nicht die Lehre der Kirche. Vielmehr bestätigt er sie, indem er sie in die Perspektive des Werts und der Würde der menschlichen Sexualität als Ausdruck von Liebe und Verantwortung stellt.

Gleichzeitig erörtert der Papst eine Ausnahmesituation, in der die Ausübung der Sexualität ein echtes Risiko für das Leben des anderen darstellt. In diesem Fall gibt der Papst keine moralische Rechtfertigung zu einer regellosen Ausübung der Sexualität, sondern glaubt, dass der Gebrauch des Präservativs, um die Ansteckungsgefahr zu senken, „ein erstes Stück Verantwortung“ sei, „ein erster Schritt auf dem Weg hin zu einer menschlicheren Sexualität“ — statt den anderen einem Lebensrisiko auszusetzen.

Daher kann die Argumentation des Papstes bestimmt nicht als eine revolutionäre Wende definiert werden.

Zahlreiche Moraltheologen und angesehene kirchliche Persönlichkeiten haben analoge Positionen vertreten und vertreten sie weiterhin. Es ist allerdings richtig, dass wir sie noch nicht mit dieser Klarheit aus dem Mund eines Papstes gehört haben, auch wenn sie in einem Gespräch und nicht lehramtlich erfolgte.

Benedikt XVI. gibt uns also mutig einen wichtigen Beitrag der Klärung und Vertiefung zu einer seit langem diskutierten Frage. Es ist ein originaler Beitrag, weil er einerseits an der Treue zu Moralprinzipien festhält und Klarheit beim Zurückweisen eines illusionären Wegs beweist, wie dem des „Vertrauens in das Präservativ“. Zum anderen bekundet er aber eine verständnisvolle und weitsichtige Vision, die für die Entdeckung kleiner Schritte offen ist- auch wenn erst anfänglich und noch unscharf — von einer Menschlichkeit, die geistig wie kulturell oft arm ist, hin zu einem menschlicheren und verantwortlichen Verständnis der Sexualität.

quelle: http://www.schwaebische.de/deutschland+welt/politik/politik-aktuell_artikel,-%E2%80%9EKeine-revolutionaere-Wende%E2%80%9C-Stellungnahme-von-Vatikansprecher-Lombardi-zu-Kondomen-_arid,4193838.html

7. November 2010

Madschid, der menschliche Schutzschild

Kategorie: Allgemein — Timor @ 14:50

Israelische Rekruten entdecken im Gaza-Krieg verdächtige Päckchen – und zwingen einen neunjährigen Palästinenser, sie zu öffnen. Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, stellte jetzt ein Gericht in Israel fest und verurteilte die Soldaten. Doch Kameraden nehmen sie immer noch in Schutz.

Madschid Raba ist stolz. Er war im Fernsehen. Reporter wollen mit ihm sprechen. Auf dem Schulhof ist er ein begehrter Spielkamerad.

Doch wenn er erzählt, wie er sich an jenem Januarmorgen aus Angst in die Hosen machte – dann schaut er verschämt auf seine Knie und rückt näher an seine Mutter heran. Dann ist das Lachen aus seinem Gesicht verschwunden.

Madschid ist erst elf. Doch der Palästinenserjunge hat mehr erlitten als viele Erwachsene. 2009 missbrauchten ihn israelische Soldaten als menschlichen Schutzschild – der Junge aus Gaza-Stadt musste Plastiksäcke öffnen, in denen israelische Soldaten Sprengfallen vermuteten.

Was die Rekruten dem Jungen angetan haben, ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit – das hat jetzt ein israelisches Gericht festgestellt. Die beiden nicht genannten Soldaten wurden schuldig gesprochen. Das Strafmaß steht noch nicht fest; ihnen drohen eine Degradierung und bis zu drei Jahre Haft. Das Urteil ist das erste, in dem ein während des Gaza-Kriegs begangenes Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesühnt wurde.

Madschid erlebte damals, im Januar 2009, wie der Krieg über seine Heimat kam. Der Gaza-Feldzug der israelischen Armee gegen die über den Küstenstreifen herrschende Hamas fand buchstäblich vor seiner Haustür statt. Tag und Nacht schlugen israelische Geschosse rund um den Apartmentblock im Stadtteil Tel al-Hawa im Süden von Gaza-Stadt ein.

Als die israelischen Bodentruppen näher rückten, nahm Madschids verwitwete Mutter Afaf ihre drei Kinder und flüchtete in den Keller. Mit Dutzenden Nachbarn wurden die Rabas dort am Morgen des 14. Januar von den Israelis überwältigt. Eine Patrouille schoss erst durch die Tür und stürmte dann den Raum. "Sie haben die Männer in eine Ecke getrieben, sie gefesselt und ihnen die Augen verbunden", erzählt der Junge.

Die Soldaten befahlen Madschid, verdächtige Tüten zu öffnen

Er versteckte sich hinter seiner Mutter, als ihn einer der Soldaten ergriff und mit sich zog. Seine Mutter schrie. Madschid nässte sich vor Angst ein. Die Soldaten schoben ihn in eine abgetrennte Ecke des großen Kellerraums. Vor der dortigen Toilette lagen zwei verknotete Plastiktüten, die Männer witterten eine Sprengfalle. Sie befahlen Madschid, die Tüten zu öffnen, sie selbst suchten hinter einer Mauer Schutz. Zitternd knotete Madschid die erste Tüte auf: In ihr waren Geld, Papiere und Schmuck, die wohl ein Nachbar mit auf die Flucht genommen hatte.

"Bei der zweiten Tüte habe ich den Knoten nicht aufbekommen. Weil die Soldaten dachten, dass da ein Paket Sprengstoff drin ist, dachte ich auch, dass die Tüte gleich in die Luft fliegt. Ich habe so gezittert, dass ich meine Hände nicht kontrollieren konnte", sagt Madschid. Einer der Soldaten sei daraufhin aus der Deckung gekommen, habe ihn angeschrien und ihm eine Ohrfeige gegeben. Dann habe der Soldat zweimal auf die Tüte geschossen. Madschids Mutter Afaf brach im Hauptkellerraum zusammen: "Ich hörte die Schüsse und dachte, der Soldat hat meinen Sohn erschossen."

mehr lesen und quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,725692,00.html