Der Opfer von Krieg und Gewalt wurde am Volkstrauertag in allen drei Drensteinfurter Ortsteilen im Rahmen von Gedenkfeiern gedacht. Die Erinnerung an die Vergangenheit sei dabei auch ein Appell für Zukunft sowie für mehr Menschlichkeit und Frieden.
“Ist der Volkstrauertag überhaupt noch zeitgemäß?“ Diese Frage stellten sich immer mehr Menschen, so Josef Klein, Vorsitzender des MGV Drensteinfurt, in seiner Rede bei der Gedenkfeier am Ehrenmal in Stewwert anlässlich des Volkstrauertages.
Und beantwortete die Frage mit einem entschiedenen Ja. Man wolle keine Heldenverehrung betreiben, die Erinnerung an die Kriegsopfer, Soldaten und Zivilisten, sei auch eine Erinnerung an menschliche Gräueltaten sowie ein Appell für Frieden und mehr Menschlichkeit. Hass, Gewalt und Unmenschlichkeit gebe es auch heute auf der ganzen Welt; in fremden Regionen, aber auch in der Heimat. „Eine Lehre aus der Geschichte ziehen und der Appell, dass sich so etwas nicht wiederholt“, das sei der aktuelle Sinn des Volkstrauertages.
In einem Trauerzug waren unter anderem Vertreter der Stadt, der Kirche, des Heimatvereins, des MGV, des Spielmannszuges und andere Bürger in Stewwert von der Kurzen Straße zum Ehrenmal gezogen, wo die Gedenkfeier mit Kranzniederlegung stattfand. Anschließend bestand in der St.-Regina-Kirche die Gelegenheit zur Mitfeier der Messe.
Aber nicht nur in Stewwert, auch in Walstedde und Rinkerode fanden Gedenkfeiern statt. Am Kriegerehrenmal in Walstedde waren ebenfalls zahlreiche Vereine und Personen des öffentlichen Lebens erschienen, um an der traditionellen Veranstaltung teilzunehmen. So begrüßte Ortsvorsteher Bernd Borgmann zu Beginn Pfarrer Matthias Hembrock, die Schulleiterin der Lambertusgrundschule und die freiwillige Feuerwehr Walstedde. Der Kirchenchor unter der Leitung von Miriam Kaduk und der Bläserkreis Heessen sorgten für die musikalische Untermalung der Gedenkveranstaltung, während der Spielmannszug Walstedde den Weg zum Ehrenmal sowie den Abzug begleitete. Wie im vergangenen Jahr hatten einige Kinder der Lambertus-Grundschule Texte vorbereitet. Hanna Schürkamp, Henning Schürkamp und Anna Niehoff trugen Gedanken über den Frieden vor.
In seiner Gedenkrede erinnerte Kreistagsmitglied Heinrich Budde an das Leid der beiden Weltkriege und mahnte die Bevölkerung, die Opfer von Gewalt und Krieg nicht zu vergessen. “Es ist sehr wichtig, dass die Erinnerungen an die Vergangenheit und auch an Einzelschicksale erhalten bleiben“, so Budde. „Auch heute erfährt man täglich von Terror und Gewalt, deshalb steht das gegenseitige Miteinander im Mittelpunkt.“ Im Anschluss an die Rede wurde der Kranz vor dem Ehrenmal niedergelegt und einige Grundschüler stellten Kerzen auf.
quelle: http://www.wa.de/nachrichten/kreis-warendorf/drensteinfurt/gedenkfeiern-volkstrauertag-1005560.html