30. Dezember 2010

Diakonischen Werk Augsburg

Kategorie: Allgemein — Timor @ 15:03

Seinen Dienst im Diakonischen Werk Augsburg hatte er bereits im Juni angetreten, nun wurde Pfarrer Fritz Graßmann im Rahmen des Diakonie-Jahresgottesdienstes offiziell in sein Amt als Theologischer Vorstand eingeführt.

Zahlreiche Vertreter der Kirche, des politischen und öffentlichen Lebens sowie Weggefährten Graßmanns waren in die St.-Anna-Kirche gekommen, wo Dr. Ludwig Markert, Präsident der Diakonischen Werkes Bayern, und die Augsburger Stadtdekanin Susanne Kasch Graßmann willkommen hießen.

„Wir alle können uns freuen, dass Ihre vielfältige Erfahrung und Kompetenz dem Diakonischen Werk Augsburg zugutekommen“, sagte Markert an den neuen Theologischen Vorstand gerichtet. Er gratulierte Graßmann zu einer Aufgabe, „die nicht leicht“ sei und in der es darauf ankomme, „das besondere Profil der Diakonie erkennbar werden zu lassen“. Die Gesellschaft brauche dringender denn je „Menschen, die durch den Staub gehen“, so Markert: „Diakonie ist Ausdruck christlicher Nächstenliebe.“

Der Gottesdienst, in dem auch Mitarbeiter des Diakonischen Werkes mitwirkten, stand unter dem Titel „Stark für Menschlichkeit“, der als Motto über der gesamten Arbeit des Diakonischen Werkes Augsburg steht. Mit diesem Motto setzte sich auch Graßmann in seiner Predigt auseinander. „Stark für Menschlichkeit“ heiße für ihn zuerst, „dass wir unsere Patienten, Klienten, Bewohner, Besucher – wie auch immer wir sie nennen – wieder starkmachen wollen oder immerhin stärken oder sie zumindest trotz ihrer Schwäche vor uns wichtig sein lassen. Nicht unsere Stärke – ihre Stärke, ihre Würde ist unsere Mission!“

Zu Graßmanns Aufgaben als Theologischer Vorstand zählt, diakonische und theologische Positionen in den Alltag des Diakonischen Werks zu vermitteln und in der Öffentlichkeit zu vertreten. Er ist zuständig für Personalentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit, die Förderung der Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden und die Weiterentwicklung des Diakonischen Werks Augsburg in seinen verschiedenen Arbeitsfeldern.

quelle: http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Region/Artikel,-Stark-fuer-Menschlichkeit-_arid,2300135_regid,2_puid,2_pageid,4634.html

22. Dezember 2010

grosser Worte nur Tränen

Kategorie: Allgemein — Timor @ 15:01
Haile Gebrselassie hat in New York die Karriere beendet. Er wird der Welt als Mann der vielen Siege und Rekorde in Erinnerung bleiben. Aber auch als einer, dem Menschlichkeit ebenso wichtig war wie Leistungswille.

Im Moment können wir uns kaum lösen vom Bild des Mannes, der am Ende statt grosser Worte nur Tränen findet. «Ich habe nie an den Rücktritt gedacht», sagt er, «aber das ist der Tag.» – Heisst das, dass Sie nicht mehr laufen werden? – «Ja.» Es ist keiner da, der würdevolle Worte zum Abschied findet.

Gebrselassie hat sich ganz allein und spontan entschieden. Er humpelt davon. Auf seinen gelben Laufschuhen, die er nach der Aufgabe beim New-York-City-Marathon nicht ausgezogen hat, steht rot 2:03:59, die Zeit seines Weltrekords über 42,195 Kilometer. Ein Lift verschluckt den kleinen Mann. Zurück bleibt Leere.

Ein Monument aus Zahlen

Gebrselassies Karriere ist ein Monument aus Zahlen. 27 Weltrekorde lief er, und er gewann Gold an internationalen Titelkämpfen auf Distanzen von 1500 bis 10 000 m. Zweimal wurde er Olympiasieger, viermal Weltmeister, und als er auf der Bahn alles gewonnen hatte, machte er sich auf, im Marathon die Grenzen des Vorstellbaren zu verrücken. 18 Jahre lang war er Weltspitze.

Gebrselassie ist der grösste Langstreckenläufer der Geschichte, auch wenn er selber das nicht so sieht. Um der Grösste zu sein, müsse er wie einst sein Landsmann Abebe Bikila Marathon-Olympiasieger werden, betonte Gebrselassie stets. Dieses Ziel wird er nie erreichen. Gebrselassie hat eingesehen, dass der Olympiasieg 2012 mit dem in letzter Zeit immer öfter rebellierenden Körper nicht zu erreichen ist. Offiziell ist Gebrselassie 37 Jahre alt, aber sogar sein Manager Jos Hermens sagt: «Schauen Sie in sein Gesicht! Er ist wohl mindestens 40.»

Wer weiss das schon genau. Im Dörfchen Asella, weit weg von Addis Abeba, hatte man vor vier Jahrzehnten anderes zu tun, als die genauen Geburtsdaten der Kinder festzuhalten. Gebrselassie wuchs als Sohn eines Bauern auf und musste früh bei der Arbeit helfen. Dass er auf dem Weg zur Schule die Leidenschaft fürs Laufen entdeckte, passte dem Vater gar nicht.

Auch Prügel können ihn nicht stoppen

Aber auch Prügel konnten den kleinen Haile nicht stoppen. Statt den Schulbus zu nehmen, joggte er, mit 13 gewann er ein Rennen gegen Erwachsene. Und mit 17 zog er in die Hauptstadt, um Läufer zu werden. Aber erst als er 1993 für den ersten WM-Sieg als Prämie einen Mercedes bekam und diesen dem Vater schenkte, begann der zu akzeptieren, dass auch das Laufen ein Beruf sein kann.

quelle weiter lesen: http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/leichtathletik_erhabene_seele_in_turnschuhen_1.8314349.html

11. Dezember 2010

Menschlichkeit muss man lernen

Kategorie: Allgemein — Timor @ 15:00

Was brauchen Kinder in der Erziehung wirklich? Dieser Frage ging vor kurzem der Gestaltpädagoge und Autor Lienhard Valentin in seinem Vortrag für das Katholische Bildungswerk Salzburg, anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums des Eltern-Kind-Zentrums, nach.

 

Für die Frage, was Kinder wirklich brauchen, gibt es keine Patentrezepte, da es um Menschen geht. „Besser ist es mit dem Kind zu gehen, als Konzepten zu folgen, weil man sonst nur noch in den eingefahrenen Bahnen ist und keinen Kontakt mehr hat“, stellt der Pädagoge Lienhard Valentin fest. „Vorher sollte man einen Schritt zurückgehen und sich überlegen, welche Qualitäten ich meinem Kind überhaupt vermitteln will.“

Viele Tugenden, die unter dem Begriff „Menschlichkeit“ zusammengefasst werden können, sind uns nicht in die Wiege gelegt, sondern müssen erlernt werden. Erkenntnisse aus der Gehirnforschung zeigen, dass die Entwicklung der „Menschlichkeit“ mit dem so genannten Mandelkern zusammenhängt. Dieser „fühlt in die Umgebung“, ob eine Situation „sicher“ ist oder nicht. Untersuchungen zeigten, dass sich bei Menschen, die unter ständiger Angst und Bedrohung aufgewachsen sind, die für die Menschlichkeit zuständigen Gehirnbereiche nicht entwickelt haben. Unter Angst ist die Leistung einfach geringer, als es sonst möglich wäre.

Kinder sind aktive Lerner, das bedeutet, dass sie durch die Erfahrung lernen. Wer beispielsweise möchte, dass sich sein Kind für etwas entschuldigt, wird dies am besten dadurch vermitteln, es selbst zu tun. So sollte man auch die Verantwortung für die eigenen Emotionen übernehmen, um nicht sagen zu müssen: „Du bist schuld, dass ich mich ärgern muss!“ Weitere Aspekte für einen achtsamen Umgang mit Kindern sind die Miteinbeziehung in Entscheidungen und das Einnehmen ihrer Perspektive. Oft lassen sich Probleme ganz einfach lösen, in dem man versteht, was das Problem des Kindes eigentlich ist.

„Es ist Kindern grundsätzlich kein Bedürfnis ihre Eltern in den Wahnsinn zu treiben“, meint Valentin. Kinder haben das Bedürfnis nach Bindung, aber auch nach Souveränität. Selbst im Erwachsenenalter stehen diese beiden Bedürfnisse noch oft miteinander in Konflikt. Ein weiteres Bedürfnis ist die bedingungslose Zuwendung: „Wer als Kind erfährt – ich liebe dich einfach, weil es dich gibt, der ist schon mal gut aufgestellt“, so der Pädagoge.

quelle: http://www.salzburg.at/themen/leben.html?NewsID=2885468