30. Dezember 2010
Seinen Dienst im Diakonischen Werk Augsburg hatte er bereits im Juni angetreten, nun wurde Pfarrer Fritz Graßmann im Rahmen des Diakonie-Jahresgottesdienstes offiziell in sein Amt als Theologischer Vorstand eingeführt.
Zahlreiche Vertreter der Kirche, des politischen und öffentlichen Lebens sowie Weggefährten Graßmanns waren in die St.-Anna-Kirche gekommen, wo Dr. Ludwig Markert, Präsident der Diakonischen Werkes Bayern, und die Augsburger Stadtdekanin Susanne Kasch Graßmann willkommen hießen.
„Wir alle können uns freuen, dass Ihre vielfältige Erfahrung und Kompetenz dem Diakonischen Werk Augsburg zugutekommen“, sagte Markert an den neuen Theologischen Vorstand gerichtet. Er gratulierte Graßmann zu einer Aufgabe, „die nicht leicht“ sei und in der es darauf ankomme, „das besondere Profil der Diakonie erkennbar werden zu lassen“. Die Gesellschaft brauche dringender denn je „Menschen, die durch den Staub gehen“, so Markert: „Diakonie ist Ausdruck christlicher Nächstenliebe.“
Der Gottesdienst, in dem auch Mitarbeiter des Diakonischen Werkes mitwirkten, stand unter dem Titel „Stark für Menschlichkeit“, der als Motto über der gesamten Arbeit des Diakonischen Werkes Augsburg steht. Mit diesem Motto setzte sich auch Graßmann in seiner Predigt auseinander. „Stark für Menschlichkeit“ heiße für ihn zuerst, „dass wir unsere Patienten, Klienten, Bewohner, Besucher – wie auch immer wir sie nennen – wieder starkmachen wollen oder immerhin stärken oder sie zumindest trotz ihrer Schwäche vor uns wichtig sein lassen. Nicht unsere Stärke – ihre Stärke, ihre Würde ist unsere Mission!“
Zu Graßmanns Aufgaben als Theologischer Vorstand zählt, diakonische und theologische Positionen in den Alltag des Diakonischen Werks zu vermitteln und in der Öffentlichkeit zu vertreten. Er ist zuständig für Personalentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit, die Förderung der Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden und die Weiterentwicklung des Diakonischen Werks Augsburg in seinen verschiedenen Arbeitsfeldern.
quelle: http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Region/Artikel,-Stark-fuer-Menschlichkeit-_arid,2300135_regid,2_puid,2_pageid,4634.html
22. Dezember 2010
Haile Gebrselassie hat in New York die Karriere beendet. Er wird der Welt als Mann der vielen Siege und Rekorde in Erinnerung bleiben. Aber auch als einer, dem Menschlichkeit ebenso wichtig war wie Leistungswille.
Im Moment können wir uns kaum lösen vom Bild des Mannes, der am Ende statt grosser Worte nur Tränen findet. «Ich habe nie an den Rücktritt gedacht», sagt er, «aber das ist der Tag.» – Heisst das, dass Sie nicht mehr laufen werden? – «Ja.» Es ist keiner da, der würdevolle Worte zum Abschied findet.
Gebrselassie hat sich ganz allein und spontan entschieden. Er humpelt davon. Auf seinen gelben Laufschuhen, die er nach der Aufgabe beim New-York-City-Marathon nicht ausgezogen hat, steht rot 2:03:59, die Zeit seines Weltrekords über 42,195 Kilometer. Ein Lift verschluckt den kleinen Mann. Zurück bleibt Leere.
Ein Monument aus Zahlen
Gebrselassies Karriere ist ein Monument aus Zahlen. 27 Weltrekorde lief er, und er gewann Gold an internationalen Titelkämpfen auf Distanzen von 1500 bis 10 000 m. Zweimal wurde er Olympiasieger, viermal Weltmeister, und als er auf der Bahn alles gewonnen hatte, machte er sich auf, im Marathon die Grenzen des Vorstellbaren zu verrücken. 18 Jahre lang war er Weltspitze.
Gebrselassie ist der grösste Langstreckenläufer der Geschichte, auch wenn er selber das nicht so sieht. Um der Grösste zu sein, müsse er wie einst sein Landsmann Abebe Bikila Marathon-Olympiasieger werden, betonte Gebrselassie stets. Dieses Ziel wird er nie erreichen. Gebrselassie hat eingesehen, dass der Olympiasieg 2012 mit dem in letzter Zeit immer öfter rebellierenden Körper nicht zu erreichen ist. Offiziell ist Gebrselassie 37 Jahre alt, aber sogar sein Manager Jos Hermens sagt: «Schauen Sie in sein Gesicht! Er ist wohl mindestens 40.»
Wer weiss das schon genau. Im Dörfchen Asella, weit weg von Addis Abeba, hatte man vor vier Jahrzehnten anderes zu tun, als die genauen Geburtsdaten der Kinder festzuhalten. Gebrselassie wuchs als Sohn eines Bauern auf und musste früh bei der Arbeit helfen. Dass er auf dem Weg zur Schule die Leidenschaft fürs Laufen entdeckte, passte dem Vater gar nicht.
Auch Prügel können ihn nicht stoppen
Aber auch Prügel konnten den kleinen Haile nicht stoppen. Statt den Schulbus zu nehmen, joggte er, mit 13 gewann er ein Rennen gegen Erwachsene. Und mit 17 zog er in die Hauptstadt, um Läufer zu werden. Aber erst als er 1993 für den ersten WM-Sieg als Prämie einen Mercedes bekam und diesen dem Vater schenkte, begann der zu akzeptieren, dass auch das Laufen ein Beruf sein kann.
quelle weiter lesen: http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/leichtathletik_erhabene_seele_in_turnschuhen_1.8314349.html
11. Dezember 2010
Was brauchen Kinder in der Erziehung wirklich? Dieser Frage ging vor kurzem der Gestaltpädagoge und Autor Lienhard Valentin in seinem Vortrag für das Katholische Bildungswerk Salzburg, anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums des Eltern-Kind-Zentrums, nach.
Für die Frage, was Kinder wirklich brauchen, gibt es keine Patentrezepte, da es um Menschen geht. „Besser ist es mit dem Kind zu gehen, als Konzepten zu folgen, weil man sonst nur noch in den eingefahrenen Bahnen ist und keinen Kontakt mehr hat“, stellt der Pädagoge Lienhard Valentin fest. „Vorher sollte man einen Schritt zurückgehen und sich überlegen, welche Qualitäten ich meinem Kind überhaupt vermitteln will.“
Viele Tugenden, die unter dem Begriff „Menschlichkeit“ zusammengefasst werden können, sind uns nicht in die Wiege gelegt, sondern müssen erlernt werden. Erkenntnisse aus der Gehirnforschung zeigen, dass die Entwicklung der „Menschlichkeit“ mit dem so genannten Mandelkern zusammenhängt. Dieser „fühlt in die Umgebung“, ob eine Situation „sicher“ ist oder nicht. Untersuchungen zeigten, dass sich bei Menschen, die unter ständiger Angst und Bedrohung aufgewachsen sind, die für die Menschlichkeit zuständigen Gehirnbereiche nicht entwickelt haben. Unter Angst ist die Leistung einfach geringer, als es sonst möglich wäre.
Kinder sind aktive Lerner, das bedeutet, dass sie durch die Erfahrung lernen. Wer beispielsweise möchte, dass sich sein Kind für etwas entschuldigt, wird dies am besten dadurch vermitteln, es selbst zu tun. So sollte man auch die Verantwortung für die eigenen Emotionen übernehmen, um nicht sagen zu müssen: „Du bist schuld, dass ich mich ärgern muss!“ Weitere Aspekte für einen achtsamen Umgang mit Kindern sind die Miteinbeziehung in Entscheidungen und das Einnehmen ihrer Perspektive. Oft lassen sich Probleme ganz einfach lösen, in dem man versteht, was das Problem des Kindes eigentlich ist.
„Es ist Kindern grundsätzlich kein Bedürfnis ihre Eltern in den Wahnsinn zu treiben“, meint Valentin. Kinder haben das Bedürfnis nach Bindung, aber auch nach Souveränität. Selbst im Erwachsenenalter stehen diese beiden Bedürfnisse noch oft miteinander in Konflikt. Ein weiteres Bedürfnis ist die bedingungslose Zuwendung: „Wer als Kind erfährt – ich liebe dich einfach, weil es dich gibt, der ist schon mal gut aufgestellt“, so der Pädagoge.
quelle: http://www.salzburg.at/themen/leben.html?NewsID=2885468
30. November 2010
Der Opfer von Krieg und Gewalt wurde am Volkstrauertag in allen drei Drensteinfurter Ortsteilen im Rahmen von Gedenkfeiern gedacht. Die Erinnerung an die Vergangenheit sei dabei auch ein Appell für Zukunft sowie für mehr Menschlichkeit und Frieden.
“Ist der Volkstrauertag überhaupt noch zeitgemäß?“ Diese Frage stellten sich immer mehr Menschen, so Josef Klein, Vorsitzender des MGV Drensteinfurt, in seiner Rede bei der Gedenkfeier am Ehrenmal in Stewwert anlässlich des Volkstrauertages.
Und beantwortete die Frage mit einem entschiedenen Ja. Man wolle keine Heldenverehrung betreiben, die Erinnerung an die Kriegsopfer, Soldaten und Zivilisten, sei auch eine Erinnerung an menschliche Gräueltaten sowie ein Appell für Frieden und mehr Menschlichkeit. Hass, Gewalt und Unmenschlichkeit gebe es auch heute auf der ganzen Welt; in fremden Regionen, aber auch in der Heimat. „Eine Lehre aus der Geschichte ziehen und der Appell, dass sich so etwas nicht wiederholt“, das sei der aktuelle Sinn des Volkstrauertages.
In einem Trauerzug waren unter anderem Vertreter der Stadt, der Kirche, des Heimatvereins, des MGV, des Spielmannszuges und andere Bürger in Stewwert von der Kurzen Straße zum Ehrenmal gezogen, wo die Gedenkfeier mit Kranzniederlegung stattfand. Anschließend bestand in der St.-Regina-Kirche die Gelegenheit zur Mitfeier der Messe.
Aber nicht nur in Stewwert, auch in Walstedde und Rinkerode fanden Gedenkfeiern statt. Am Kriegerehrenmal in Walstedde waren ebenfalls zahlreiche Vereine und Personen des öffentlichen Lebens erschienen, um an der traditionellen Veranstaltung teilzunehmen. So begrüßte Ortsvorsteher Bernd Borgmann zu Beginn Pfarrer Matthias Hembrock, die Schulleiterin der Lambertusgrundschule und die freiwillige Feuerwehr Walstedde. Der Kirchenchor unter der Leitung von Miriam Kaduk und der Bläserkreis Heessen sorgten für die musikalische Untermalung der Gedenkveranstaltung, während der Spielmannszug Walstedde den Weg zum Ehrenmal sowie den Abzug begleitete. Wie im vergangenen Jahr hatten einige Kinder der Lambertus-Grundschule Texte vorbereitet. Hanna Schürkamp, Henning Schürkamp und Anna Niehoff trugen Gedanken über den Frieden vor.
In seiner Gedenkrede erinnerte Kreistagsmitglied Heinrich Budde an das Leid der beiden Weltkriege und mahnte die Bevölkerung, die Opfer von Gewalt und Krieg nicht zu vergessen. “Es ist sehr wichtig, dass die Erinnerungen an die Vergangenheit und auch an Einzelschicksale erhalten bleiben“, so Budde. „Auch heute erfährt man täglich von Terror und Gewalt, deshalb steht das gegenseitige Miteinander im Mittelpunkt.“ Im Anschluss an die Rede wurde der Kranz vor dem Ehrenmal niedergelegt und einige Grundschüler stellten Kerzen auf.
quelle: http://www.wa.de/nachrichten/kreis-warendorf/drensteinfurt/gedenkfeiern-volkstrauertag-1005560.html
22. November 2010
Zum 13. Mal wird am Abend eines 9. November im Bremer Rathaus die Nacht der Jugend gefeiert. Zusammen mit Zeitzeugen erinnern Schüler und Jugendliche an die sogenannte Reichspogrom-Nacht vor 72 Jahren. Gleichzeitig wird dieses Gedenken genutzt, um für mehr Menschlichkeit und interkulturelle Verständigung einzutreten.
"Schwarz trifft weiß" ist in diesem Jahr das Motto der Nacht der Jugend. Und das ist wörtlich gemeint: in Bremen leben rund 9.000 Schwarzafrikaner, von deren Kultur die meisten Bremer nicht viel wissen, erklärt Mitorganisator Uli Barde vom Sportgarten. Heute geht es unter anderem darum, Vorurteile gegenüber den Kulturen der Einwanderer abzubauen. Ganz modern und jugendgemäß funktioniert das unter anderem mit einem Südafrika-Quiz und Hip Hop Aufführungen.
Außerdem geht es bei der Nacht der Jugend um die nächste Bürgerschaftswahl. Denn am 22. Mai 2011 dürfen in Bremen erstmals auch 16 jährige die Abgeordneten wählen. Schirmherr der Nacht der Jugend ist der Hausherr im Rathaus, Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD).
Gedenken an Reichs-Pogromnacht
In der bremischen Bürgerschaft wurde am Dienstag der Opfer der Novemberpogrome gedacht. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 überfielen Hitlers Banden jüdische Gotteshäuser, Geschäfte und Privatwohnungen in ganz Deutschand. Sie plünderten jüdisches Eigentum, schändeten Friedhöfe und zündeten Synagogen an. Hunderte von Menschen wurden ermordet oder in den Freitod getrieben. In Bremen wurden fünf fünf jüdische Bürger getötet.
Die Vorsitzenden der Bürgerschaftsfraktionen legten am Mahnmal im Bremer Schnoor-Viertel gemeinsam einen mit weißen Rosen geschmückten Kranz nieder. Zuvor hatte FDP-Chef Oliver Möllenstädt – als Sprecher aller Abgeordneten – gesagt: Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus seien auch heute noch nicht verschwunden. Schüler der Sankt-Johannis-Schule riefen bei der Gedenkveranstaltung zu mehr Mut und Zivilcourage auf, damit Rassismus schon im Keim erstickt werde.
quelle: http://www.radiobremen.de/nachrichten/gesellschaft/gesellschafthbnachtderjugend100.html
17. November 2010
Nach Äußerungen des Papstes in seinem Interview-Buch „Licht der Welt“ zum Gebrauch von Kondomen hat sich Vatikansprecher Federico Lombardi am Sonntag mit einer Erklärung zu Wort gemeldet. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) dokumentiert Auszüge des Textes in eigener Übersetzung:
Erklärung von Pater Lombardi zu den Äußerungen des Papstes zur Frage über Präservative
Am Ende des zehnten Kapitels des Buches „Licht der Welt“ antwortet der Papst auf zwei Fragen zum Kampf gegen Aids und den Gebrauch des Präservativs; Fragen, die in Verbindung stehen mit der Diskussion, die auf einige Äußerungen des Papstes zu diesem Thema bei seiner Reise nach Afrika 2009 folgte.
Der Papst unterstreicht in klarer Weise, dass er keine Position zur Kondom-Problematik generell beziehen wollte. Vielmehr wollte er mit Nachdruck deutlich machen, dass sich das Aids-Problem nicht mit Verteilung von Kondomen allein lösen lässt, sondern dass es viel mehr braucht: vorbeugen, erziehen helfen, beraten, Personen nahe stehen, damit sie nicht krank werden, aber auch wenn sie bereits erkrankt sind.
Im Licht dieser weiten und tiefen Vision von menschlicher Sexualität sowie der heutigen Problematik bestätigt der Papst, dass „die Kirche natürlich Kondome nicht als wirkliche und moralische Lösungen“ der Aids-Problematik betrachtet.
Damit reformiert oder ändert der Papst nicht die Lehre der Kirche. Vielmehr bestätigt er sie, indem er sie in die Perspektive des Werts und der Würde der menschlichen Sexualität als Ausdruck von Liebe und Verantwortung stellt.
Gleichzeitig erörtert der Papst eine Ausnahmesituation, in der die Ausübung der Sexualität ein echtes Risiko für das Leben des anderen darstellt. In diesem Fall gibt der Papst keine moralische Rechtfertigung zu einer regellosen Ausübung der Sexualität, sondern glaubt, dass der Gebrauch des Präservativs, um die Ansteckungsgefahr zu senken, „ein erstes Stück Verantwortung“ sei, „ein erster Schritt auf dem Weg hin zu einer menschlicheren Sexualität“ — statt den anderen einem Lebensrisiko auszusetzen.
Daher kann die Argumentation des Papstes bestimmt nicht als eine revolutionäre Wende definiert werden.
Zahlreiche Moraltheologen und angesehene kirchliche Persönlichkeiten haben analoge Positionen vertreten und vertreten sie weiterhin. Es ist allerdings richtig, dass wir sie noch nicht mit dieser Klarheit aus dem Mund eines Papstes gehört haben, auch wenn sie in einem Gespräch und nicht lehramtlich erfolgte.
Benedikt XVI. gibt uns also mutig einen wichtigen Beitrag der Klärung und Vertiefung zu einer seit langem diskutierten Frage. Es ist ein originaler Beitrag, weil er einerseits an der Treue zu Moralprinzipien festhält und Klarheit beim Zurückweisen eines illusionären Wegs beweist, wie dem des „Vertrauens in das Präservativ“. Zum anderen bekundet er aber eine verständnisvolle und weitsichtige Vision, die für die Entdeckung kleiner Schritte offen ist- auch wenn erst anfänglich und noch unscharf — von einer Menschlichkeit, die geistig wie kulturell oft arm ist, hin zu einem menschlicheren und verantwortlichen Verständnis der Sexualität.
quelle: http://www.schwaebische.de/deutschland+welt/politik/politik-aktuell_artikel,-%E2%80%9EKeine-revolutionaere-Wende%E2%80%9C-Stellungnahme-von-Vatikansprecher-Lombardi-zu-Kondomen-_arid,4193838.html
7. November 2010
Israelische Rekruten entdecken im Gaza-Krieg verdächtige Päckchen – und zwingen einen neunjährigen Palästinenser, sie zu öffnen. Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, stellte jetzt ein Gericht in Israel fest und verurteilte die Soldaten. Doch Kameraden nehmen sie immer noch in Schutz.
Madschid Raba ist stolz. Er war im Fernsehen. Reporter wollen mit ihm sprechen. Auf dem Schulhof ist er ein begehrter Spielkamerad.
Doch wenn er erzählt, wie er sich an jenem Januarmorgen aus Angst in die Hosen machte – dann schaut er verschämt auf seine Knie und rückt näher an seine Mutter heran. Dann ist das Lachen aus seinem Gesicht verschwunden.
Madschid ist erst elf. Doch der Palästinenserjunge hat mehr erlitten als viele Erwachsene. 2009 missbrauchten ihn israelische Soldaten als menschlichen Schutzschild – der Junge aus Gaza-Stadt musste Plastiksäcke öffnen, in denen israelische Soldaten Sprengfallen vermuteten.
Was die Rekruten dem Jungen angetan haben, ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit – das hat jetzt ein israelisches Gericht festgestellt. Die beiden nicht genannten Soldaten wurden schuldig gesprochen. Das Strafmaß steht noch nicht fest; ihnen drohen eine Degradierung und bis zu drei Jahre Haft. Das Urteil ist das erste, in dem ein während des Gaza-Kriegs begangenes Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesühnt wurde.
Madschid erlebte damals, im Januar 2009, wie der Krieg über seine Heimat kam. Der Gaza-Feldzug der israelischen Armee gegen die über den Küstenstreifen herrschende Hamas fand buchstäblich vor seiner Haustür statt. Tag und Nacht schlugen israelische Geschosse rund um den Apartmentblock im Stadtteil Tel al-Hawa im Süden von Gaza-Stadt ein.
Als die israelischen Bodentruppen näher rückten, nahm Madschids verwitwete Mutter Afaf ihre drei Kinder und flüchtete in den Keller. Mit Dutzenden Nachbarn wurden die Rabas dort am Morgen des 14. Januar von den Israelis überwältigt. Eine Patrouille schoss erst durch die Tür und stürmte dann den Raum. "Sie haben die Männer in eine Ecke getrieben, sie gefesselt und ihnen die Augen verbunden", erzählt der Junge.
Die Soldaten befahlen Madschid, verdächtige Tüten zu öffnen
Er versteckte sich hinter seiner Mutter, als ihn einer der Soldaten ergriff und mit sich zog. Seine Mutter schrie. Madschid nässte sich vor Angst ein. Die Soldaten schoben ihn in eine abgetrennte Ecke des großen Kellerraums. Vor der dortigen Toilette lagen zwei verknotete Plastiktüten, die Männer witterten eine Sprengfalle. Sie befahlen Madschid, die Tüten zu öffnen, sie selbst suchten hinter einer Mauer Schutz. Zitternd knotete Madschid die erste Tüte auf: In ihr waren Geld, Papiere und Schmuck, die wohl ein Nachbar mit auf die Flucht genommen hatte.
"Bei der zweiten Tüte habe ich den Knoten nicht aufbekommen. Weil die Soldaten dachten, dass da ein Paket Sprengstoff drin ist, dachte ich auch, dass die Tüte gleich in die Luft fliegt. Ich habe so gezittert, dass ich meine Hände nicht kontrollieren konnte", sagt Madschid. Einer der Soldaten sei daraufhin aus der Deckung gekommen, habe ihn angeschrien und ihm eine Ohrfeige gegeben. Dann habe der Soldat zweimal auf die Tüte geschossen. Madschids Mutter Afaf brach im Hauptkellerraum zusammen: "Ich hörte die Schüsse und dachte, der Soldat hat meinen Sohn erschossen."
mehr lesen und quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,725692,00.html
30. Oktober 2010
Jetzt hat sich der Star auf eine Rolle in der Fortsetzung des Ensemble-Films 'The Expendables' eingeschossen und bietet sich Regisseur Sylvester Stallone an. Allerdings muss das Drehbuch stimmen, wie der maskuline Schauspieler, den man als Actionstar aus Filmen wie 'The Scorpion King' kennt, klarmacht.
„Es kommt alles auf das Material an. Ich kenne Sly jetzt schon seit Langem und er ist ein Kumpel von mir, also hängt alles vom Material ab“, erklärt der ehemalige Wrestler mit samoanischen Wurzeln. Trotz seinem Image als harter Kerl besteht der 38-Jährige darauf, ein Mensch zu sein, der auf dem Boden bleibt.
„Ich denke nicht nur, dass ich nett und irgendwie einfach bin, aber meiner Meinung nach ist es auch wichtig, menschlich zu sein. Es ist leicht, ein Arschloch zu sein, es ist leicht, sich wie eines zu verhalten, leicht, sich wie ein harter Kerl zu verhalten, es ist leicht, eine Diva zu sein und es ist leicht, von sich selbst eingenommen zu sein. Aber ich finde es einfach immer viel wichtiger, nett und menschlich zu sein“, erklärt er seine Einstellung.
quelle: http://www.tikonline.de/vip-news/detail.php?nr=91040&rubric=VIP-News
21. Oktober 2010
Immer mehr Männer wagen sich in die berüchtigte Frauendomäne des BRK-Betreuungsdienst vor.
Hier haben die Frauen im Roten Kreuz die Hosen an: Der Betreuungsdienst der BRK-Bereitschaften im Berchtesgadener Land ist seit Jahren fest in weiblicher Hand; die Arbeit der energischen Damentruppe rund um Fachdienstleiterin Petra Rautter und Ausbilderin Christa Glaser besteht aber aus weitaus mehr als Hausfrauenkunst an der Gulaschkanone. Die freiwilligen Rotkreuzlerinnen kümmern sich bei größeren Schadensereignissen um die oft zahlreichen Betroffenen und Unverletzten, sorgen für Verpflegung, Soziales und Unterkunft. Auch immer mehr interessierte Männer wagen sich zaghaft in die vermeintliche Frauendomäne vor.
Im Schatten der Aufmerksamkeit
„Rotkreuz-Arbeit ist weitaus mehr als Rettungsdienst oder Sanitätsdienst; wir haben ein komplexes und abgestuftes Hilfeleistungssystem, in dem auch Betroffene und Unverletzte nicht vergessen werden“, erklärt Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rautter. Der Betreuungsdienst der BRK-Bereitschaften steht oft im Schatten der Aufmerksamkeit, wenn es bei einem Unglück Tote und Verletzte gibt. Die Helfer müssen sich im Einsatzfall aber auch um die Unterkunft und Versorgung von Unverletzten und evakuierten Menschen kümmern. Hier beginnt die Arbeit von Petra Rautter und ihrem Team: Die Einsatzkräfte sorgen mit ihrer Feldküche für die Massenverpflegung und können mit Zelten und Feldbetten eine vorübergehende Notunterkunft einrichten. Im Berchtesgadener Land betreiben die BRK-Bereitschaften an sechs Standorten Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n), die bei größeren Schadenslagen unter anderem die Aufgaben im Sanitäts- und Betreuungsdienst übernehmen.
Da bekommt mancher Mann schnell Angst
„Beim uns sind aber nicht nur Sanitäter gefragt. Wir haben Anfragen von Männern und Frauen über 50, die sich für etwas wirklich Sinnvolles und Wichtiges ehrenamtlich einsetzen wollen, denen die Arbeit an vorderster Front am schwer Verletzten oder erkrankten Patienten aber einfach zu nervenaufreibend ist. Im Betreuungsdienst blühen sie dann auf“, freut sich Rautter, die ihr Team gerne weiter ausbauen würde und laufend externe Interessierte sucht, die die Arbeit im Roten Kreuz näher kennenlernen wollen. Bei so viel amazonenhafter Frauenpower bekommt mancher Mann schnell Angst; und tatsächlich: In der von Herren dominierten Welt der Einsatzorganisationen hatten es die Damen aus Teisendorf nicht immer leicht. Sie mussten gegen Vorurteile ankämpfen, viel Überzeugungsarbeit leisten und besser sein, als ihre männlichen Kollegen. Im Stüberl des Ainringer Rotkreuz-Heims hängen ein paar Eisenhandschellen, darunter steht auf einem Schild mit einer Kette „Vorsicht, bissige Küchenchefin! Fachdienstleiterin Betreuungsdienst Christa Glaser“. Das Relikt aus alten Zeiten ist ein Geschenk des damaligen Kreisbereitschaftsleiters Ludwig Wetzelsberger, der die mythenbehafteten Betreuungsfrauen damit am liebsten symbolisch an ihren Feldhochherd fesseln wollte. Der energische Umgangston im Küchenteam und die Arbeit streng nach Hygienevorschriften bei der Essensausgabe war manchem altgedienten Sanitäter damals noch zu viel des Guten. Mittlerweile arbeitet Wetzelsberger selbst begeistert bei der „bissigen Küchenchefin“ mit und die professionelle Arbeitsweise ist längst Standard. „Massenverpflegung ist ein sensibler Bereich; ohne eine strikte Führung und die entsprechende Planung geht da nichts“, erklärt Ausbilderin Christa Glaser, die Mutter des Betreuungsdienstes im Landkreis, die den Fachdienst mit der notwendigen Disziplin und Zielstrebigkeit über Jahre hinweg aufgebaut hat.
weiterlesen und quelle: http://www.wochenblatt.de/nachrichten/bgl/regionales/Vorsicht-bissige-Kuechenchefin-;art66,21588
16. Oktober 2010
Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und die städtische Integrationsbeauftragte Sholeh Sharifi haben am Mittwoch die Buhara-Moschee in der Marburger Straße besucht, um mit den Mitgliedern des Gemeindevorstandes über den Vorfall vom Wochenende zu sprechen, als das muslimische Gotteshaus mit ausländerfeindlicher Parolen und Nazi-Symbolen beschmiert worden war. In der Nacht zum vergangenen Sonntag hatten unbekannte Täter mit blauer Farbe mehrere Hakenkreuze und den Spruch »Ausländer raus« sowie »Es geht los« auf die Fassade der Moschee gesprüht. Nach Polizeiangaben waren in der gleichen Nacht auch ein naher Verbrauchermarkt in der Marburger Straße und ein Wohnhaus in der Gartenstraße beschmiert worden.
»Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus haben in unserer Stadt keinen Platz«, stellte die Oberbürgermeisterin nach dem Besuch in einer Presseerklärung fest. Grabe-Bolz sieht »einen gezielten Angriff gegen die Menschlichkeit« und einen zeitlichen Zusammenhang zum Datum 9. November, an dem in jedem Jahr in Deutschland an die Judenpogrome von 1938 erinnert wird.
Moscheevorstand Günef zeigte sich erfreut über den Besuch des Stadtoberhauptes und betonte, dass sich die Gemeinde dadurch unterstützt fühle. »Wir sind nicht alleine. Das ist ein gutes Gefühl«, meinte Günef. Seitens der Gemeinde bedauere man den Vorfall, denn gerade die Buhara-Moschee stehe für eine intensive und langjährige Integrationsarbeit.
Integrationsbeauftragte Sharifi wertete die Aktion als »rechtsradikalen Akt« gegen sämtliche Gießener/innen mit Migrationshintergrund und hob hervor, dass dies in keiner Weise von der Stadtgesellschaft geduldet werde.
Tanriverdi: Übergriffe nahmen zuletzt zu
Bereits am Dienstag hatte sich der Gießener SPD-Stadtverordnete und Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände, Mehmet Tanriverdi, in einer Erklärung »entsetzt« über die Farbattacke auf die Moschee gezeigt. Tanriverdi sieht einen Zusammenhang zwischen dem Vorfall und Zuspitzungen in der durch Thilo Sarrazins Buchveröffentlichung ausgelösten Integrationsdebatte. »Es ist seitdem bundesweit eine Zunahme von rassistischen Übergriffen gegen Migranten und islamische Gruppierungen zu beobachten«, erklärte Tanriverdi, der zur Wachsamkeit aufrief.
Zu korrigieren ist eine Fehlinformation in dem AZ-Bericht vom Dienstag. Der Verein der Buhara-Moschee gehört nicht zur Dachorganisation DITIB, sondern eine andere muslimische Gemeinde, die aber auch in der Marburger Straße beheimatet ist.
quelle: http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Uebersicht/Artikel,-Oberbuergermeisterin-besucht-beschmierte-Moschee-_arid,219428_regid,1_puid,1_pageid,113.html