Zum 13. Mal wird am Abend eines 9. November im Bremer Rathaus die Nacht der Jugend gefeiert. Zusammen mit Zeitzeugen erinnern Schüler und Jugendliche an die sogenannte Reichspogrom-Nacht vor 72 Jahren. Gleichzeitig wird dieses Gedenken genutzt, um für mehr Menschlichkeit und interkulturelle Verständigung einzutreten.
"Schwarz trifft weiß" ist in diesem Jahr das Motto der Nacht der Jugend. Und das ist wörtlich gemeint: in Bremen leben rund 9.000 Schwarzafrikaner, von deren Kultur die meisten Bremer nicht viel wissen, erklärt Mitorganisator Uli Barde vom Sportgarten. Heute geht es unter anderem darum, Vorurteile gegenüber den Kulturen der Einwanderer abzubauen. Ganz modern und jugendgemäß funktioniert das unter anderem mit einem Südafrika-Quiz und Hip Hop Aufführungen.
Außerdem geht es bei der Nacht der Jugend um die nächste Bürgerschaftswahl. Denn am 22. Mai 2011 dürfen in Bremen erstmals auch 16 jährige die Abgeordneten wählen. Schirmherr der Nacht der Jugend ist der Hausherr im Rathaus, Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD).
Gedenken an Reichs-Pogromnacht
In der bremischen Bürgerschaft wurde am Dienstag der Opfer der Novemberpogrome gedacht. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 überfielen Hitlers Banden jüdische Gotteshäuser, Geschäfte und Privatwohnungen in ganz Deutschand. Sie plünderten jüdisches Eigentum, schändeten Friedhöfe und zündeten Synagogen an. Hunderte von Menschen wurden ermordet oder in den Freitod getrieben. In Bremen wurden fünf fünf jüdische Bürger getötet.
Die Vorsitzenden der Bürgerschaftsfraktionen legten am Mahnmal im Bremer Schnoor-Viertel gemeinsam einen mit weißen Rosen geschmückten Kranz nieder. Zuvor hatte FDP-Chef Oliver Möllenstädt – als Sprecher aller Abgeordneten – gesagt: Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus seien auch heute noch nicht verschwunden. Schüler der Sankt-Johannis-Schule riefen bei der Gedenkveranstaltung zu mehr Mut und Zivilcourage auf, damit Rassismus schon im Keim erstickt werde.
quelle: http://www.radiobremen.de/nachrichten/gesellschaft/gesellschafthbnachtderjugend100.html